Ferien mit Pferden - die schönsten die es gibt

Als meine Familie (2 Erwachsene, mein Bruder und ich (14)) in Fontenois-la-Ville ankamen war ich wahnsinnig nervös. Ich bin den Umgang mit Pferden durchs Reiten und durch Pferdepflege gewöhnt und auch schon selbst Kutsche gefahren. Mein Vater ist früher Ochsenwagen gefahren und meine Mutter ist früher auch geritten. Was wichtig ist: diese Erfahrungen im Umgang mit Pferden (und Ochsen) hat uns wahnsinnig viel geholfen. Zurück nach Fontenois-la-ville: Wie wir aus dem Auto gestiegen sind, hat uns eine irre Hitze empfangen, wir waren ja noch die 14°C aus Bayern gewöhnt. Wir wurden sehr freundlich empfangen und dort war es wunderschön. Für die Pferde gibt es dort eine 15(!)Hektar große Weide, mit Wäldchen und kleinem Bach. Die Toiletten und Duschen waren in einem Container untergebracht, aber trotzdem sehr sauber und hygenisch (was ich zugeben muss, dass ich das nicht so erwartet habe). Am selben Tag haben wir gelernt wie man anschirrt, das Geschirr ist nämlich bei jedem Pferd verschieden.

Kurz darauf haben wir die Familie kennen gelernt, mit der wir zusammen unterwegs waren. Am Abend waren wir sehr froh, dass die anderen eine Fliegenpatsche dabei hatten (unbedingt mitnehmen!).

Die Nacht im Wagen war gemütlich aber eng. Am nächsten Tag sollten wir unser Pferd kennenlernen. Natürlich haben wir erzählt, dass wir mit Pferden umgehen können. Deshalb haben wir eine 5-jährige(!) wunderschöne, temperamentvolle, übermütige Fuchsstute namens Rouchka (gesp:Rouschka) bekommen. Sie brauchte eine sehr starke Hand, wobei uns zugute kam, dass mein Vater Ochsenwagen gefahren ist und sich gut durchsetzen konnte. Das Anspannen am Morgen und das Losfahren klappte problemlos. Die Mittagspause war schön und unsere Dosenravioli lecker. Wir hatten alle einen Riesenhunger.

Beim Anspannen nach unserer Rast hat Rouchka sich ein bisschen gewehrt, in Form von sich wegdrehen, wenn mein Vater versuchte ihr das Hintergeschirr rüberzulegen. Wir mussten ihr klarmachen wo's lang geht. Leider wird das Thema Durchsetzen beim Pferd in der Einweisung nicht angesprochen. Aber das Pferd der anderen Familie (die überhaupt keine Pferdeerfahrung hatte) war lammfromm.

2km vor der 1. Station wurde der Abstand unserer Wägen immer größer. Wie wir dann unser Pferd vom Wagen abschirren (trennen) wollten, kam in dem Moment der andere Wagen um die Ecke und Rouchka wollte zu Indi, dem anderen Pferd. Meine Mutter hatte die Leinen (Zügel) in der Hand und konnte das 500 kilo-Pferd natürlich nicht halten und unsere liebe Rouchka hat sich losgerissen und meiner Mutter die Finger schlimm "verbrannt".(Es wäre sinnvoll (Segel-)Handschuhe mitzunehmen) (Aber Dank Aloe Vera, meine Mutter arbeitet damit, sind die Wunden gut geheilt und sie konnte am nächsten Tag schon ganz vorsichtig wieder etwas anfassen).

Der Besitzer der Station hat uns danach gezeigt wie wir die Zügel einmal um das Geländer wickeln sollen, damit wir das Pferd halten können. Dieser Trick war bei Rouchka sehr nützlich, die anderen haben das nicht gebraucht. Pferde sind wie Menschen Individuen.

Das Essen am Abend war herrlich und die Familie wahnsinnig nett.

Die nächsten Tage waren wunderschön!

Mein Bruder hat immer Gras für Rouchka gesammelt und hat mit meinem Vater zusammen den Wagen, wenn es bergauf ging, angeschoben. Ich bin die meiste Zeit abwechselnd mit meinem Vater gefahren. Durchsetzen war inzwischen auch kein Problem mehr. Aber es war ständige Konzentration gefordert z.B: Rouchka erschrak vor einem Esel oder wenn man von Autos überholt worden ist. Mein Vater hat es so ausgedrückt: "Es ist wie beim Auto fahren"
Trotzdem war alles sehr erholsam. An den "einfachen" Lebensstil hatten wir uns schnell gewöhnt. Mir gefiel das sogar richtig gut! Niemanden hat es gestört, dass man dreckig war und nach Pferd gerochen hat.

Ein paar Tage später ist Indi, das Pferd von den anderen, krank geworden und wurde "ausgetauscht". Das neue Pferd hieß Eden.
Die anderen hatten ein Fahrrad dabei, was ein Riesenvorteil war, weil man damit ins nächste Dorf fahren konnte um einzukaufen (um nicht nur Konservenfutter zu essen. Einmal hat uns der Bauer ins nächste Dorf gefahren , einmal kam ein fahrender Lebensmittelwagen oder die Bäuerin hat für uns Brot mitbestellt.) und man konnte voraus fahren um den nächsten Rastplatz zu finden. (was nicht immer so gut ausgeschildert war). Wir liebten inzwischen Rouchka von ganzem Herzen.( Ich konnte es mir nicht mehr vorstellen wieder nachhause zu müssen.) Ich war wahnsinnig glücklich.

Insgesamt sind wir 102 km gefahren mit nur wunderschönen Erlebnissen und wunderschöner Natur.

Am schlimmsten war der Abschied von unserem geliebten Pferd Rouchka, die mir eine der schönsten Wochen meines Lebens ermöglicht hat.

Und ich kann nur jedem empfehlen diesen Urlaub zu machen, außer er hat ein großes Problem damit sich schmutzig zumachen, ins Gebüsch auf Klo zu gehen (daran gewöhnt man sich) und Pferde als unmögliche Tiere zu bezeichnen, denn derjenige hat überhaupt keine Ahnung. Ich denke da sind alle Pferdebegeisterten meiner Meinung.

Allen, die diesen Urlaub machen wollen viel Spaß, vor Allem mit ihrem Pferd.

Weitere Informationen beim Veranstalter:
ReNatour, Brunner Hauptstraße 26, 90475 Nürnberg
Homepage www.renatour.de

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